Archiv für den Monat: März 2015

erfolgreich zurückgekehrt

Nach einer erneut recht anstrengenden, 16-stündigen Autofahrt sind wir sicher und wohlbehalten in Deutschland angekommen. Auf dem Kilometerstand stehen nun 4.500 km mehr. Der Rückblick auf das Erlebte macht noch einmal richtig Spaß. Wir hatten beinahe unverschämtes Glück mit dem Wetter und die Erlebnisse haben sich fest eingebrannt. Demnächst folgt auch noch eine Artenliste. Insgesamt stehen über 80 Vogelarten in unserem Beobachtungsheft! Und das, obwohl wir wenig Wert darauf legten, verschiedene Habitate aufzusuchen. Denn der Fokus lag schließlich auf den Wasservögeln.

Auch die Singschwäne dürften nun bereits erfolgreich an den Brutplätzen angekommen sein. Nun beginnt erneut die Brutsaison, der Frühling ist überall bereits deutlich spürbar. Zeit, um die Daten auszuwerten, bevor die Schwäne erneut kommen und hoffentlich weitere, spannende Daten mitbringen…

Tag 6 in Litauen

Der letzte vollständige Tag neigte sich nun schon dem Ende entgegen – mit einem traumhaften Sonnenuntergang an „unserer“ Bucht vor der Haustür. Die Zeit verging wie im Flug, dennoch nutzten wir jede Minute, um möglichst viel zu erleben und natürlich die Schwäne zu kontrollieren. Irgendwie seltsam, das wir trotz tausender kontrollierter Hälse nur einen einzigen Ring finden konnten. Dies trübte dennoch nicht die Stimmung. Bei so vielen gleichzeitig anwesenden Wasservögeln macht das Ornithologen-Herz ständig Luftsprünge…
Die Gänsezahlen steigen täglich enorm an, allein im Nemunas-Delta schätzen wir die Zahl heute auf etwa 25.000. Allerdings verteilen sich diese auf eine enorm große Fläche, welche man mit 2 Personen nicht mal annähernd abdecken kann. Einheimische berichten von bis zu 250.000 Gänsen, welche hier zum Teil anwesend sein sollen.
Der Trip war alles in allem ein voller Erfolg und jedem nur wärmstens zu empfehlen!

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Und täglich grüßen die Seeadler…
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Wasservogel-Eldorado
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Der Blick über das Augstumal-Moor direkt vor unserer Haustür

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Dieses Foto entstand vor wenigen Stunden – ein besserer Abschied konnte der Natur garnicht gelingen!
Iki pasimatymo Nemuno Deltas Regioninis Parkas – wir kommen bestimmt wieder!

Tag 5 in Litauen

Der Schwerpunkt unserer heutigen Singschwan-Kontrollfahrt lag wieder einmal im weitläufig überfluteten Nemunas-Delta und damit stets unmittelbar an der Grenze zu Russland (Kaliningrad). Dabei wurden wir gleich 2 Mal von zunächst respekteinflößenden Grenzbeamten kontrolliert. Auf die Nachfrage, wohin wir denn wollen, antworteten wir mit „birdwatching“ – plötzlich tat sich ein breites Grinsen auf und wir durften weiter 🙂
Insgesamt zählten wir heute 1.500 Singschwäne, 15.000 Gänse (darunter ein Hybrid aus Weißwangengans x Blessgans), tausende Pfeif-, Spieß-, Stockenten und Kiebitze und natürlich etliche Seeadler. Bei erneut bestem Sonnenschein (dafür jedoch unangenehmen Wind) genossen wir die grandiose Landschaft. Morgen ist leider schon der letzte Tag, dabei geht es mit den Gänsen hier gerade erst richtig los und auch die Singschwan-Zahlen scheinen noch etwas anzusteigen. Leider bleibt es nach wie vor bei einem einzigen Halsring. Dafür besuchten wir heute die Stelle, an denen sich Leo, Martin und Ilfa 2014 aufgehalten hatten.
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Tag 4 in Litauen

Ein durchaus erfolgreicher Tag geht nun schon wieder zu Ende, auch wenn es wieder einmal keinen Logger gab. Es halten sich recht viele Singschwäne im Gebiet auf, bisher haben wir aber gerade mal einen einzigen Ring entdeckt. Wir fuhren unter anderem in ein Gebiet, welches im Frühjahr 2014 von 4 der 5 bisher ausgelesenen Loggerschwänen aufgesucht wurde: weitläufige Auenwiesen, leicht überschwemmt und von Kiebitzen übersäht… Dazu 3 Bekassinen und viele Möwen.
Nebenbei gab es wieder einmal ordentlich Gänse zu beobachten. Erneut entdeckten wir die Rothalsgans (vermutlich das selbe Tier wie gestern), dazu jede Menge Bless- und Weißwangengänse. Seeadler-Angriffe und -Sichtungen nahezu stündlich. Ein kurzer Stop im Wald erbrachte uns ein paar Neuheiten auf der Artenliste: Fichtenkreuzschnabel, Wintergoldhähnchen und Erlenzeisig.
Wieder in der Aue angekommen, beobachteten wir vor allem in den Abendstunden große Mengen an ziehenden Gänsen, welche vermutlich im Gebiet Rast machen.
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Tag 3 in Litauen

Jeder Tag ist vollgestopft mit unglaublich schönen Beobachtungen, dass man es kaum noch differenzieren kann. An unserem 3. Tag fielen uns erneut die Massen an Kiebitzen auf. Auch die Seeadler sitzen und fliegen überall herum und bedienen sich an Aas oder jagen Gänse. Täglich kommen wir auf mehr als 30 Beobachtungen, zum Teil sehr spektakulär.
Zum ersten Mal widmeten wir auch den Singschwänen vollste Aufmerksamkeit – über 700 rasten zur Zeit auf einem recht kleinen Abschnitt im Nemunas-Delta. Zur Zeit stehen durch ein leichtes Hochwasser weite Teile der Landschaft unter Wasser. Ein Eldorado für Wasservögel. Sogar ein Rotmilan und eine Kornweihe sorgten für viel Freude, denn der Erstgenannte hat hier vor Ort seine nordöstlichste Verbreitungsgrenze und kommt in ganz Litauen mit nur 5-10 Brutpaaren vor! Und auch die Kornweihe kommt mit nur sehr wenigen Brutpaaren in Litauen vor, es handelte sich vermutlich um Durchzügler.
Der absolute Tageshöhepunkt war allerdings eine Rothalsgans inmitten von Bless-, Saat- und Weißwangengänsen. Was soll man dazu noch sagen?! Hier ist es einfach nur schön!
Hier noch ein paar Impressionen, welche für sich sprechen:

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1 (4)(Fotos: Anne Grohmann)

Tag 2 in Litauen

Im Morgengrauen brachen wir zur Kurischen Nehrung auf – wieder bei blauen Himmel und schönsten Sonnenschein. Auf dem Weg nach Klaipeda kamen wir an einem riesigen Gänseschwarm vorbei, welchen wir jedoch aus Mangel an Zeit „links liegen“ ließen (wir mussten die Fähre erwischen). Morgen ist dies der erste Anlaufpunkt 😉
Beim ersten Stop auf der Nehrung wurden wir direkt Zeugen vom Kleinvogelzug: unzählige Meisen flogen permanent Richtung Nordosten. Beim erstbesten Parkplatz versuchten wir, zu Fuß zur Seeseite der Halbinsel durchzustoßen. Dabei bemerkten wir riesige Trittsiegel im sandigen Boden – hier gibt es tatsächlich Elche!Auf der Ostsee schwammen und tauchten unzählige Samtenten und Haubentaucher, ab und zu auch kleinere Trupps Eisenten. Sogar ziehende Singschwäne kreuzten unseren Weg. Auf dem Weg zurück zum Auto spähten wir alle gespannt hinter jeden Baum, um vielleicht doch noch einen Elch zu entdecken.
Während unserer Mittagspause beobachteten wir mindestens 1000 Kormorane und 500 Gänsesäger beim Jagen, daneben viele Zwergsäger, Sturm-, Lach- und Silbermöwen.
Der nächste Stop befand sich direkt an der Straße: die größte Kormoran-Kolonie Litauens mit annähernd 4000 (!) Nestern. Überall saßen, flogen, balzten und riefen Kormorane. Ein unvergessliches Erlebnis für uns alle!
Auf dem Weg zur höchsten Sanddüne im Nagliu-Reservat überflogen uns 30 Zwergschwäne, welche auch in nordöstliche Richtung unterwegs waren. Heidelerchen sangen und ENDLICH waren wieder die Seeadler zu sehen! Gleich 4 auf einmal begrüßten uns auf dem Gipfel der 53 m hohen Wanderdüne.
Danach fuhren wir noch einmal zum nordwestlichen Strand. Dort beobachteten wir noch einen Ohrentaucher, über 10 Sterntaucher, unzählige Samtenten und Haubentaucher.
Auch ohne Elch ein atemberaubender und sehr lohnenswerter Tag bei perfekten Orni-Wetter am Ostseestrand.
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Tag 1 in Litauen

Nach einer sehr erfolgreichen 16-stündigen Anfahrt (ok, etwas anstrengend, aber machbar..) genossen wir einen herrlichen 1. Tag im Nemunas Delta. Bei bestem Sonnenschein umkreisten uns nahezu stündlich Seeadler – teilweise 5 auf einmal. Sing-, Zwerg- und Höckerschwäne sitzen neben unzähligen Enten und Gänsen auf wunderschön überschwemmten Wiesen – ein Traum! Vor allem Spießenten und Zwergsäger überraschten uns in bisher unbekannten Massen.
Eine Blessgans, welche ich vor wenigen Wochen noch in Deutschland beobachtete (Halsring), stand plötzlich vor uns – ein tolles Erlebnis!
Außerdem besichtigten wir die Beringungsstation Ventas Ragas, welche gerade rundum saniert wird.
Morgen geht es auf die Kurische Nehrung – ausnahmsweise sollen dabei nicht die Singschwäne im Vordergrund stehen: dort wartet die größte Kormoran-Kolonie mit über 1000 Brutpaaren, Seevögel, ziehende Kleinvögel, 40 m hohe Dünen und und und…
Hier noch ein paar Impressionen:
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Frühjahrszug in Litauen

4 von 5 bisher augelesenen Datenlogger waren im Frühjahr 2014 auf Zwischenstation in Litauen. Möglicherweise nutzen diese Vögel (und hoffentlich auch noch weitere) erneut den Weg und legen einen Stop im Baltikum ein. Allgemein nutzen tausende Sing- und Zwergschwäne die Kurische Nehrung im Frühjahr, um den Weg ins Brutgebiet abzukürzen und Zwischenrast einzulegen.
Dieses Spektakel möchte ich mir einmal aus nächster Nähe ansehen und werde deshalb zusammen mit 3 Freunden am 11.03.2015 nach Litauen fahren. Die Datenlogger machten bereits sichtbar, welche Orte die Schwäne bevorzugt zur Rast nutzen. Unter anderem werden wir genau diese Stellen aufsuchen und auf Singschwäne kontrollieren.

Das Nemunas-Delta und die Kurische Nehrung in Litauen ist nicht nur für Sing- und Zwergschwäne ein wichtiger Trittstein auf dem Rückzug in die russischen Brutgebiete. Über 15 Milllionen Zugvögel nutzen die besondere geografische Lage jährlich, um den Zugweg etwas abzukürzen und passieren somit das größte der 3 baltischen Länder.

Wir werden (wenn möglich täglich) hier auf dem Blog von unseren Beobachtungen berichten. Ein regelmäßiger Blick auf die Seite wird sich also lohnen 😉